Philosophie Karmacircus

«Solange Du versuchst, jemand zu werden, versuchst, irgendwohin zu kommen, versuchst etwas zu erreichen, wirst Du Dich weiter von der Wahrheit entfernen.»

Adyashanti

Die Magie des Yogas liegt für mich darin, über das verkörperte Bewusstsein zurück in ein Zustand der Ganzheit zu finden und zu realisieren, dass wir nie getrennt waren – das Verbinden also nicht herstellen, sondern nur wiedererkennen müssen.

Die goldene Mitte zwischen innerer Ausrichtung und Vertrauen und Hingabe zu finden ist die Herausforderung auf dem Weg.

Die Verbindung zwischen Körper, Geist und Herz zu kultivieren, ist, was die Erfahrung unserer Vollkommenheit, oder in anderen Worten des schlichten Seins hervorzubringen vermag.

Das Spektrum an Methoden und Techniken in den unterschiedlichen Traditionen der Spiritualität ist unfassbar gross – eine kostbare Vielfalt steht uns zur Verfügung.

Mein Anliegen, sowohl in meiner eigenen Praxis als auch in meiner Arbeit als Unterrichtende, ist es, immer mehr von der innewohnenden Intuition  freizulegen, um zu wissen, was, wann in welcher Form und in welchem Ausmass nährend und befreiend wirkt und wo wir uns – unter anderem auch in der Praxis – weiter verstricken und identifizieren.

Philosophie Karmacircus Yoga Manuela Peverelli

Wesentliche Aspekte meiner Praxis und meines Unterrichts

Asana

Die Auswirkung der Körperpraxis auf das Bewusstsein hat mich seit Beginn meiner eigenen Yoga Praxis beeindruckt. Obwohl die Asanapraxis in den vergangenen Jahren weniger zentral wurde und sich im Laufe meines Weges auch immer wieder verändert, erlebe ich nach wie vor, wie vorteilhaft sich ein ausgedehntes Körperbewusstsein auf die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit im HIER und JETZT zu verankern, auswirkt. Es geht mir dabei weder um das Erreichen von bestimmten Formen, noch um die Präzision der Stellungen (dies kann Mittel zum Zweck sein), sondern primär um die Vergegenwärtigung des Bewusstseins und um die Qualitäten, die dadurch erfahren werden können. Als willkommener Nebeneffekt dient das Kräftigen und Mobilisieren des Körpers der eigenen Gesundheit und Vitalität.

Kryias / Pranayama

Der Atem ist unser Lebensstrom und aufgrund seiner allzeitigen Anwesenheit auch ein wunderbares Tor zum Erwachen. Das Lauschen des natürlichen Atems ist in vielen Traditionen ein wichtiger Bestandteil der Meditation.

Die Möglichkeit der Atem-Gestaltung (Pranayama) bietet sich gleichzeitig als einzigartiges Instrument zum Ausgleich des vegetativen Nervensystems und des feinstofflicheren Energiesystems (Nadis).

Für einen Grossteil der Menschen ist es hilfreich über eine vertiefte Beziehung zum Atem vom grobstofflichen zu einem immer feinstofflicheren Bewusstsein zu finden.

Svadhyaya

Das Ergründen der eigenen Wesenheit (Persönlichkeitsstruktur) mit all ihren Prägungen, Glaubenssätzen, Werten und Meinungen, ist meines Erachtens einer der wesentlichsten Bestandteile des spirituellen Wachstums. Dies führt zwangsläufig durch die dunklen Täler der eigenen Neurosen, Ängste, Kontrollmechanismen und Zwanghaftigkeiten. Nur durch die vielen Verwirrungen gelangen wir hin zu mehr Klarheit, Leichtigkeit und innerem Frieden. Die Integration der eigenen Schattenanteile macht uns verständnisvoller und mitfühlender mit den Verstrickungen und Schleiern des Gegenübers. Die Wertschätzung der Einzigartigkeit des eigenen Wesens, der individuellen Fähigkeiten und Ressourcen sind dabei genauso wesentlich, wie die Verantwortung zu übernehmen, um Verletzungen auf der Ich-ebene zu heilen/bzw. diese zu integrieren. 

Philosophie Karmacircus Yoga Manuela Peverelli

Meditation / Stille

Die Stille ebenet mir den Weg in die Erkenntnis.

Sie dient dem Bewusstwerden der Ich-Bezogenheit und dem Leid, das daraus resultiert.

In der Stille offenbart sich mir aber auch eine Dimension des unbegrenzten, nicht-identifizierten, offenen Gewahrseins.

Mein Interesse am nicht-konzeptualisierten Erleben wurde insbesondere in der Erfahrung der länger anhaltenden Stille geweckt. Aus dieser Selbsterfahrung resultierte der Wunsch, dies losgelöst von rigiden Klosterregimen und der mir vertrauten Vipassana-Tradition auch Yogapraktizierenden zu ermöglichen.

Einige meiner Angebote finden deshalb ganz im Schweigen statt, andere sind nur teilweise still und nutzen diese Gelegenheit, um durch die Stille, die bewusste und heilsame Rede zu pflegen.

Das Entdecken der Herzkräfte (allumfassende Liebe, Mitgefühl, Freude und Gleichmut) bildet den zweiten Flügel neben dem Realisieren des untrennbaren Bewusstseins. Durch die Entwicklung dieser beiden Flügel finden wir Freiheit, da wo und wie wir uns gerade befinden.

Alltag als Praxis

Das meiste unserer Lebenszeit nennen wir ‘Alltag’, obwohl es diesen ja eigentlich nicht gibt. Denn wenn wir ins Gegenwärtigsein erwachen, gibt es keine identische Wiederholung einer vorangehenden Erfahrung. Wenn die formelle Praxis nicht Einzug in unser Sein, Tun und Lassen in diesen sogenannten Alltag findet, wird sich wenig ändern im Umgang mit uns selbst und unseren Mitmenschen.

Wir können die vielen Gelegenheiten, die sich in unseren Beziehungen und in unserem Wirken bieten, nutzen, um einen für alle Beteiligten heilsamen und förderlichen Umgang mit der Situation zu finden und dadurch weiter zu wachsen. So betrachtet wird das ganze Leben zur Praxis und die Trennung zwischen All-und anderen Tagen fällt weg.

Inspirationen

Bücherempfehlungen

Jeff Foster:

Umarme dein Leben wie es ist

John Welwood:

Psychotherapie und Buddhismus

Jack Kornfield:

Das weise Herz, u.a.

Tara Brach:

Radikale Akzeptanz

Heather Plett:

The art of holding space

Mark Epstein:

Going to pieces without falling apart

Sharon Salzberg:

Metta Meditation

Pema Chödrön:

Tonglen

Wenn alles zusammenbricht

Das Unwillkommene willkommen heissen

Fred von Almen: 

Mit Buddha’s Augen sehen

Rupert Spira:

Bewusstsein ist alles

Michael Stone:

The Inner Tradition of Yoga

Rodney Smith:

Frei von Selbsttäuschung

Oren Jay Sofer:

Say what you mean

Rob Burbea

seeing that frees

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